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Es werden Posts vom Februar, 2010 angezeigt.

Grüß Gott, ich bin der Held...

Gerade den Artikel drüben bei Georgios gelesen, hier meine Gedanken dazu (welche zu lang für einen Kommentar wären):

Volle Zustimmung für den ersten Teil des Artikel, nichts ist langweiliger als unantastbare-düstere Charaktere und ihr konsequenzloses "Böse" sein.

Allerdings kann ich bei Georgios Schlüssen zu diesem Thema nicht wirklich mitziehen, finde sie gar etwas befremdlich.

Seine Thesen im Einzelnen:
1. "Düstere" Spielwelten fördern pragmatische Entscheidungen
2. "Ungefährliche" Spielwelten fördern komplexere (packendere) Entscheidungen
3. Komplexe Entscheidungen = heldenhaftes Rollenspiel

Punkt 1 trifft leider häufig zu: allzuoft "belohnen" Spielwelten den sicheren Weg, den "path of least resistance" wie der Engländer sagt. Ob das jetzt ein spezielles Kriterium von "düsteren" Spielwelten ist wage ich zu bezweifeln (Traveller, ich schaue dich an...), aber darum geht es hier nicht.

Punkt 2. Bitte was??? Damit die Entscheidungen d…

Blut & Neonlicht - Session 2

Neue Sitzung, neues Glück. Der Spieler des Jazzmusikers hat sein Konzept in Ventrue (Blutlinie Malkovianer) geändert und ist mit von der Partie. Die beiden Spieler aus Sitzung 1 sind auch wieder mit von der Partie. Einer von Robyns‘ Kontakten hat sich umgehört und herausgefunden, dass ihr Mentor im Süden der Stadt (in einem ziemlich miesen Viertel) gesehen wurde. Sie schnappt sich Christopher und macht sich auf den Weg. Inzwischen findet sich Jeffrey desorientiert und mit einem Namen auf der Hand eingeritzt in eben diesem Viertel wieder. Er hat ein deja-vû bei einem der Abbruchhäuser und verschafft sich Zutritt. Dort findet er einige Penner und Junkies, die dort schlafen, vor, welche er heimlich untersucht. Eine davon (eine 17-jährige Ausreißerin) erregt seine Aufmerksamkeit und er weckt sie auf, fragt sie nach ihrem Namen. Das Mädel ist extrem verschreckt, nennt ihm allerdings ihren Namen (welcher dem entspricht, welchen Jeffrey auf der Hand eingeritzt hat).Er versucht sie zum mitkommen…

[Requiem] Primer für charakterzentriertes Spiel

Aus aktuellem Anlass möchte ich einmal auf ein paar Aspekte von Vampire: Requiem eingehen, welche im Grundregelwerk etwas kurz abgehandelt werden und daher bei vielen Spielern einfach unter den Tisch fallen. Daher hier meine Zusammenfassung einiger zentraler Elemente des Spiels, mit Tipps, wie man diese als Spieler stärker forcieren kann.
Grundlegendes: Vampire bezeichnen sich selbst als „die Verdammten“. Vampirismus ist nicht was irgendwie erstrebenswert wäre, sondern etwas was man entweder durchleidet („Ich bin ein Tier, damit ich nicht zum Tier werde.“) oder (im Falle der abgebrütesten Personen) zumindest versucht nicht allzu sehr darüber nachzudenken. Es gibt keine Vampire (zumindest keine, welche noch über einen letzten Rest Menschlichkeit verfügen und nicht Belials Brut angehören), welche ihre Existenz als etwas Natürliches ansehen und keine Probleme damit haben Blut zu trinken und niemals die Sonne wiederzusehen. Sie mögen vielleicht anderes behaupten und sich nach außen hart g…

Blut & Neonlicht - Session 1

Im Folgenden der Bericht über die erste Session der neuen Chronik im fiktiven San Francisco der 80er, notgedrungenerweise mit nur zwei Spielern (um den über die Semesterferien unabkömmlichen Spielern die gleiche Chance zu geben an der Chronik teilzunehmen).
Ich gebe meinem Gastgeber (und Spieler von Robyn) einen kurzen Überblick über die vampirischen NSCs ihres unmittelbaren Umfelds und deren Einfluss und Möglichkeiten (sowie über mögliche Rivalen, welche ihr gefährlich werden könnten).Dann trifft der andere Spieler (der Daeva) ein und es kann losgehen. Ich beginne einen kurzen Frame zu montieren, in dem sich die Charaktere kennenlernen, als mir der Daeva-Spieler ins Wort fällt – so würde sein Charakter in dieser Situation überhaupt nicht reagieren, weil nämlich und überhaupt. Kein Problem, ich bin da flexibel und frage ihn wie sein Charakter mit dieser Situation umgehen würde und wir spielen kurz seine ersten Nächte als Vampir aus.Es folgen einige interessante Szenen, in denen der Fri…

Blut & Neonlicht – Session 0

Nach einer kurzen Phase der Abstinenz vom Leiten sitze ich nun wieder im Sattel und fange mit einer neuen Requiem-Runde an. Nach kurzer Online-Abstimmung mit den prospektiven Spielern entschieden wir uns für 80er-Action, inspiriert durch New Age Requiem, die hippen, romantischen Antihelden-Vampirfilme der 80er (The Lost Boys, Near Dark, Begierde…) und natürlich dem ursprünglichen Spielgefühl der Maskerade.
Die Vorbereitung hat einige Erinnerungen an meine, inzwischen schon mehr als 10 Jahre zurückliegende, erste Vampire-Chronik wieder wachgerufen. Damals war ich der einzige der die Bücher kannte und ich erinnere mich noch gut an die Freude (und das Entsetzen) der Spieler, während sie langsam die Welt der Dunkelheit entdeckten.
Später, etwas abgeklärter, war das dann alles ein wenig weniger spektakulär: man kannte die Tropes und Herangehensweisen der Fraktionen, wusste was einen wahrscheinlich als nächstes erwarten würde, nachdem man in feuchter Erde verscharrt wurde. Man hatte immer noc…