Dreifaltige Rollenspiel-Lektüre

Drei Falten mit einem Rollenspielerkopf dahinter, ergibt einen nachdenklichen, amüsanten und relativ bodenständigen Blick auf das was war, ist und möglicherweise in der Szene los sein wird.

Donnerstag, November 19, 2009

DreRoCo 4 – Nachbericht

Inzwischen bin ich ja schon sowas wie ein „Veteran“ dieser Con. Von der ersten Con an dabei, habe ihre Höhen und Tiefen erlebt und freue mich jedes Jahr schon wieder auf meine Reise nach Dresden.

In diesem Jahr machte mir die Deutsche Bahn bei der Anreise einen ordentlichen Strich durch die Rechnung und so kam ich einige Stunden nach Con-Eröffnung am Bahnhof Niedersedlitz und dem Jugendtreff „Checkout“ an. Nachdem ich die Zeit genutzt hatte um mir einmal die Innenstadt von Dresden anzusehen (ist schon ewig her, dass dazu mal Zeit hatte – fahre selten als „Tourist“ nach Dresden – und es hat sich dort viel verändert) kehrte ich zum DreRoCo-Gelände zurück und schaute bei einigen Runden (u.a. Risus im Diskworld-Universum) zu, bzw. plauderte mit denVeranstaltern und Spielern deren Runden schon beendet waren.

Im Nachtblock holte ich dann meine versäumten Leit“pflichten“ nach und führte vier tapfere Soldaten durch die harte, grausame Welt von Necropolis 2350. Das Gruppe konnte trotz Rückschlägen und Verlust einer kompletten Servienten-Lanze einen Erfolg verbuchen und ihren Konzern-Rivalen ein Schnippchen schlagen. Um „0600“ kehrten Charakter, Spieler und Spielleiter in ihre Schlafkojen ein.

Am nächsten Morgen nahm ich ein ausgiebiges Frühstück ein und bereitete mich auf eine Runde „Feng Shui“ als Teenage-Highschool-Drama vor. Unglücklicherweise konnte ich weder ein Abenteuer, noch ein Regelbuch vorweisen, weshalb ich erwog die Runde sein zu lassen. Doch dann wurde sie in Windeseile voll und ich nahm mir vor es zumindest zu versuchen. Heraus kam (meiner Einschätzung nach) eine der spaßigsten Runden die ich seit langer Zeit geleitet habe. Ich habe erstmals von „Dramatic Hooks“ Gebrauch gemacht und viele Details improvisiert, statt auf Vorbereitungen oder Zufallstabellen zurück zu greifen, was ich unbedingt öfter machen sollte.

Nach dem Andrang bei Feng Shui war meine DTA Runde für Savage Worlds komplett leer – keiner der Spieler schien sich für Pulp begeistern zu können. Ich war schon dabei meinen SL-Schirm wieder einzupacken, als sich zwei junge Mädchen bei mir einfanden und mich fragten ob bei irgendeiner Runde noch Plätze frei wären. Im folgenden Gespräch stellte sich heraus, dass nur eine von ihnen tatsächlich spielen wollte (die andere war neu beim Rollenspiel und wollte „erst mal zugucken“), weshalb ich zunächst versuchte die eine Spielerin in eine andere Runde zu „vermitteln“. Als die scheiterte lies sich ihre Freundin doch noch überreden mitzuspielen und die zwei machten sich auf die Suche nach dem „Schatz der Tempelritter“. Interessanterweise spielten beide männliche Charaktere (soviel dazu dass man für CrossGender-play ein „erfahrener Rollenspieler“ sein müsse) und „die Neue“ benutzte spontan und ohne Aufforderung Narrative-Truth, um die Geschichte fortzuschreiben (soviel dazu, dass dies von den meisten Rollenspielern gar nicht gewünscht wird). Insgesamt war die Runde sehr lehrreich für mich und die beide Spielerinnen hatten viel Spaß.

Wieder eine Nacht (diesmal länger) geschlafen bot ich noch eine Runde BARBAREN! An, welche erwartungsgemäß schnell voll wurde. Ich hing mental schon ziemlich in den Seilen und der Spielfluss lief wegen meiner mangelnden praktischen Erfahrung mit den Regeln (und der Tatsache dass ein nicht-rundenbasiertes Kampfsystem doch einiges Umdenken von Spielern erforderte) etwas schleppend, trotzdem kamen wird durch Charakter- und Sippenerschaffung („Eis’n’Wölfe!!!“) und konnten Kampf- und Werben-System einmal in der Praxis ausprobieren, bevor das Szenario abgehakt war. Die Runde war zwar nicht so schlecht wie meine ersten Gehversuche in Western City, aber sie ließ auch noch einiges zu wünschen übrig, weswegen ich sie das nächste mal wahrscheinlich noch mal im ausgeruhten Zustand ausprobieren werde.

Zum Glück konnte ich auf der Rückfahrt bei Falk mitfahren und war damit nicht der Gnade der Deutschen Bahn ausgeliefert, weshalb ich den Tag noch entspannt ausklingen lassen konnte.

Ich freue mich jedenfalls auf die nächste Con (Die 5. – wenn das mal kein Grund zum Feiern ist).

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