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Es werden Posts vom März, 2009 angezeigt.

Entscheidungsbäume (Buchmesse Nachtrag)

Damit einige Nichtsblicker beruhigt sind:

Entscheidungen sind Teil jeder Rollenspielrunde. Und die meisten sind sich darüber im Klaren, dass es keine Entscheidung ist, wenn das Ergebnis nicht wirklich einen Unterschied macht, Dann spricht man von Railroading und Entscheidungsentwertung der Spieler. Das gleiche gilt für Entscheidungen, bei denen die Optionen irrelevant sind, weil sie unweigerlich zum gleichen Ergebnis führen.

Doch Entscheidung ist nicht gleich Entscheidung, man unterscheidet gemeinhin zwischen bedeutsamen und trivialen (oder inhaltsleeren) Entscheidungen. Letztere sind solche, bei der die Entscheidung ein einmaliges Ergebnis hat und nicht Teil eines Entscheidungsprozesses ist (Bsp.: die Entscheidung, wie man eine Tür öffnet (mit Dietrich, roher Gewalt...) ist eine solche – kurzfristig interessant, aber irgendwie kriegt man sie schon auf und dann geht’s weiter). Erstere ist Teil eines eines Entscheidungsprozesses, bei dem verschiedene „Knotenpunkte“ in einer bestimmten R…

Bajuwarische Irrlichter

Neulich auf der Buchmesse…

Ich: *nach kurzer Settingerklärung* „…und die Eisenknochenpriesterschaft übt durch ihre Kontrolle über die Fruchtbarkeit des Landes einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Handelsgilde aus. Ihr habt den Auftrag dafür zu sorgen, dass sie sich nicht mehr in die Politik einmischen. Wie ihr das anstellen wollt liegt vollkommen bei euch.“
Gruppe: „Der Tempel liegt da, oder? Nichts wie hin!“
I: „Öhm, ihr wollt einfach bei denen vor der Tür auftauchen?“
G: „Nein, erst mal wollen wir losgehen.“
I: „Ja schon, aber …wäre es nicht besser, wenn ihr schon vorher einen groben Plan habt, was ihr überhaupt machen wollt.“
G: „Hm, OK, macht Sinn.“ *grübeln* „Wir möchten Söldner anheuern.“
I: „Na das ist doch mal ein Wort.“ (Ressourcen der Gruppe reichen für 4 Söldner, allerdings extrem kompetente Soldaten).
G: „OK, dann auf zum Tempel.“
I: „Mit euch [drei Spieler] und vier Söldnern?“
G: „Wieso, haben die da etwa mehr?“
I: „Dass wisst ihr nicht genau, aber es liegt nahe.“
G: „Wiss…

I play...Cyberpunk edition

Ich habe keine Digicam oder auch nur ein Fotohandy, aber ich bin der Meinung, dass ein Wort mehr sagt, als 1000 Bilder. ;)

Deswegen eine kleine Fingerübung, zur Charaktereschaffung für Cyberpunk demnächst (ja, ich gebe dem System noch eine Chance). Ich werde mich mal an einem Konzerner versuchen (weil ich langfristig planende Charaktere mag, die bei Shadowrun marginalisiert werden und ich früher zuviel "Jim Profit - Ein Mann geht über Leichen" gesehen habe).

Zufallstabelle:
Stil: Abgerissene Kleidung (oho, bei einem Konzerner); kurze, lockige Haare; Nasenringe
Herkunft: Afrika
Familie: lebt in Arcologie
Eltern: beide ermordet
Familienstatus: in Ordnung (obwohl Eltern tot sind - das steht explizit dabei)
Kindheit: sichere Konzernzone in der Innenstadt
Geschwister: Einzelkind
Wie bist du?: hinterhältig und scheinheilig (passt)
Wer ist dir wichtig?: Lehrer oder Mentor (passt auch)
Was ist dir wichtig?: Ehrlichkeit (WTF???)
Was hälst du von Anderen?: keine besondere Meinung
Wichtiger Besitz: …

Medienkompetenz

Erzählspiel lebt von der Identifikation und dem Vergleich mit einen dramatischen Vorbildern. Im günstigsten Fall ist es „ganz großes Kino“, und die Geschehnisse in der Spielwelt würden, würde man sie in einem anderen Medium verarbeiten, den Leser an den Seiten kleben lassen oder den Zuschauer in den Kinosessel drücken. Diese Erlebnisse sind so denkwürdig und mitreißend, dass viele Abenteuerschreiber irrtümlicherweise ihre Kaufabenteuer bereits wie eine „Geschichte“ schreiben, und von einem bestimmten Ablauf desselben ausgehen.

Für erfahrene Spielleiter ist dies freilich kein Hindernis, aber dennoch unterschlagen diese Abenteuer zunächst einmal die grundlegenden Methodiken, nach denen im Rollenspiel das Spielgeschehen zu einer Geschichte wird.

In meiner Erfahrung scheinen dabei viele Erzählspiel-SL (zumindest die Guten – Achtung, subjektive Bewertung!) dabei drei Phasen durchlaufen zu haben, was die Komplexität und die „Geschichtlichkeit“ ihres Leitstils angeht (was natürlich nicht heißt…