Dreifaltige Rollenspiel-Lektüre

Drei Falten mit einem Rollenspielerkopf dahinter, ergibt einen nachdenklichen, amüsanten und relativ bodenständigen Blick auf das was war, ist und möglicherweise in der Szene los sein wird.

Mittwoch, Juni 11, 2008

Der Idiot und das Meta-Ding

Mal wieder ein kurzer Eintrag über große Unehrlichkeiten im Rollenspiel, diesmal über den oft (in letzter Zeit immer öfter) gehörten Satz „Zuviel Meta macht das Rollenspiel kaputt“.

Grundsätzlich hätte ich dagegen ja nichts einzuwenden- wenn man gerne immersiv spielen will und sich nicht mit der Meta-Ebene aufhält, dann erntet das sogar meine Anerkennung.

Aber welche Leute krakeelen denn da herum? Genau, diejenigen welche bevorzugt „taktisch klug“ vorgehen („Dieses Monster hat bestimmt einen niedrigen Widerstand gegen geistige Beeinflussung“), aggressiv auf Herunterstufung ihre Spielfiguren durch den SL reagieren („Der lässt uns nur mit Watte-Stuhlbeinen, die kaum Schaden machen kämpfen“) und die obskure, total am Casual Gamer- Verständnis vorbeigehende Regelmechanismen (THAC0, TP, Kampfrunden etc.) in den Himmel loben.

Kurz: Leute, die Meta in einem Ausmaß praktizieren, dass ihr Gekreische geradezu lächerlich erscheint. Ein Großteil ihrer Spiele würde nur noch begrenzt gut ohne die Meta-Ebene funktionieren (siehe hier). Das Meta wogegen sie anschreien ist nicht wirklich immersionsbrechender oder das Rollenspiel störender als das ihnen bekannte auch. Es ist einfach nur anders.

z.B. haben die meisten Spieler weniger ein Problem damit, dass sie bestimmte Kräfte „einmal pro Abenteuer“ oder „einmal pro Kampf“ einsetzen dürfen, als damit dass ihre Spielfigur sich trotzdem bewegt und ausweicht, auch wenn ihre Mini regungslos auf der Battlemap steht.

Tatsache ist, dass man bei einigen Spielen (und D&D steht da- egal in welcher Edition- ziemlich weit oben auf der Liste) eine Trennung zwischen dem was die Regeln abbilden und was sich tatsächlich im Spiel vollzieht machen muss. Und das ist nicht wirklich so schlecht, hat man das einmal akzeptiert, so läuft das Spiel flüssig und macht Spaß.

Aber das ist natürlich nichts für Leute, die gerne analysieren und erkannt zu haben glauben, dass so etwas ja gar keinen Spaß machen könne. Weniger rumheulen, mehr spielen lautet der einzige Rat, den ich diesen Personen geben kann.

Ich danke für die Aufmerksamkeit.

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