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Es werden Posts vom Februar, 2008 angezeigt.

Spielen für die Vitrine?- We all fall down like toy soldiers

Ich stelle gerade wieder fest, dass es komische Leute gibt in der Rollenspielerlandschaft. Leute, welche es für das höchste der Gefühle erachten Kurzgeschichten über ihren Charakter zu verfassen oder bei Traveller Horden von Charakteren auszuwürfeln (was im Grunde dasselbe ist). Ich verstehe durchaus den Zweck ordentlicher und ausgedehnter Kampagnenvorbereitung, sowie von Spielregeltuning, um im Spiel bessere Ergebnisse zu erzielen, jedoch fehlt mir jeglicher Bezug zu dem, was die da machen (und es als gleichwertigen Teil des Spiels hinstellen). Dann wäre da noch der typische deutsche Darkjogger*: diese Gestalt kommt schon mit einem fertig gebautem Charakter an den Tisch, welchen er tagelang „entworfen“ hat, bis hin zum kleinsten Popeldetail, wie der Art des Stiftes in seinen Granaten. Nichts gegen Powergaming, aber man kann es auch übertreiben- zumal viele dieser ach so wichtigen Details überhaupt keine systemtechnische Relevanz haben und daher nicht einmal beim optimieren (selbst be…

[Setting] „Finden Sie die Fehler in diesem Bild!“

Gerade ist mir wieder ein Konzept eingefallen, welches mir schon vor einiger Zeit durch den Kopf geisterte und welches ich studienbedingt zunächst einmal zur Seite drängte (und dann natürlich prompt vergaß): den Wert von Teilinformationen und Inspiration beim Entwurf eines großartigen Rollenspielsettings. Dabei geht es um Andeutungen und angerissene Informationen in Quellenbänden, die den Leser (und potentiellen Spielleiter) animieren, mental „die Lücken zu füllen“ und die Fehler im präsentierten Bild zu finden. Dies mag wenn man das jetzt so liest total einfach erscheinen (man lässt halt immer was weg und schreibt möglichst kryptisch, richtig?), aber es gibt zahlreiche Fallstricke, welche in diesen Punkten die emotionale Investition behindern und die von talentierten Autoren geschickt umschifft werden. Da wäre zunächst einmal das Problem des „Schweizer Käse“-Settings, bei denen soviel random shit (wie der Pundit sagen würde) rumfliegt und keiner eigentlich genau weiß, wie das alles zus…

[Retro] Storyteller System Light (Teil 2)- Resolutionsmechanik

(Hinweis: Diese Mechaniken sind prinzipiell kompatibel mit nach den normalen oWoD Regeln erschaffenen Charakteren- allerdings nicht sehr ausgewogen. Ich werde in weiteren Blogeinträgen noch eine vereinfachte Charaktererschaffung und ein erweitertes Konfliktsystem für Actionszenen (wie Kampf) vorstellen, welche einiges gerade rücken wird). Auch bei SSL werden Handlungen aufgelöst, indem ein Würfelpool gegen eine festgelegte Schwierigkeit gewürfelt wird. Dabei wird die Tweet’sche Dreifaltigkeit berücksichtigt: Rule of Drama
The Storyteller should set the difficulty of the task at hand based on how out of the ordinary it is for this character to undertake the action. The scale ranges from 1 (stuff everyone does every day, as natural as walking or breathing) to 9 (stuff done without having competence and under great stress). The Storyteller should take the characters background into account when setting the difficulty- it isn’t based on objective criteria, but on how much the outcome of the…

[Retro] Storyteller System Light (Teil 1)- Präambel

Nachdem ich ausführlich über die Vorzüge der Welt der Dunkelheit in Bezug auf eine Veränderung in der Grundhaltung gegenüber dem was Rollenspiel sein kann referiert habe, ist es denke ich an der Zeit das alte Regelsystem einmal zu entstauben und zu sehen, ob man daraus etwas machen kann, was etwas einfacher in der Handhabung und im Erreichen der Zielsetzungen ist. Damals, 1991, wurden der WoD alle möglichen Regeln mitgegeben, die eigentlich keine besondere Funktion erfüllten, sondern einfach aus dem Grund drin waren, weil „Rollenspiele nun mal so aufgebaut sind“. Heute wissen wir es besser und können damit guten Gewissens Dinge wie Traglast etc. ignorieren und uns auf das wesentliche konzentrieren. Gleichzeitig ist es nicht das Ziel der (Design-)Übung, auf Teufel komm raus forgiges Gedankengut auf die WoD zu transplantieren und ihr „zeitgemäße“ Mechanismen, wie Stakes oder Erzählrechte zu verpassen. Die wesentlichen Elemente des Storyteller Systems sollen poliert und zum glänzen gebrac…

[10:15 on a Saturday Night] The Boring Adventures of Dr. What and Sideshow Girl- My inner Brit cries himself to sleep

Sorry for the digression, but I have to tell you a story of something completely unrelated to roleplaying. A story of how I lost and regained my faith in Doctor Who. Up to today I positively hated, the Ninth Doctor (Christopher Eccleston)- not the actor mind you, he did his best, but the way the personality of the Doctor was realized by the writers and directors (I don’t know which ones contributed more) of the first five episodes. I never thought I would be capable of actually hating a revival of a classic show: I enjoy reading Superman-comics and adore the movies with Christopher Reeves, but I don’t miss a single episode of “Smallville”. I liked to watch the original “Battlestar Galactica” when I was a kid, but I still pine for the next season of the new show. OK, I didn’t like the “Hulk” movie, but I could never relate to this character anyway and found the old TV-show boring as hell. From Bewitched to Boston Legal I have always been supportive of new interpretations of timeless cla…